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Erste Besucher gewinnen: Pinterest vs. Instagram für Einsteiger

Erstellt von Christian Bahlcke · Lesezeit 6 Minuten · 30. August 2026

Erste Besucher gewinnen: Pinterest vs. Instagram für Einsteiger

Ich habe drei Monate lang jeden Abend Posts erstellt. Instagram Stories gedreht, Reels geschnitten, Hashtags recherchiert. Das Ergebnis? Achtzehn Follower und genau null Klicks auf meine Website. Dann habe ich Pinterest ausprobiert und nach zwei Wochen kamen die ersten Besucher. Nicht viele, aber sie kamen. Ohne dass ich ständig online sein musste.

Die Frage ist nicht, welche Plattform cooler aussieht oder wo mehr Menschen unterwegs sind. Die Frage ist: Wo bekommst du als Anfänger realistisch die ersten Besucher auf deine Seite, wenn du nur ein paar Stunden pro Woche hast und niemand dich kennt?

Warum diese Entscheidung am Anfang so wichtig ist

Du hast vermutlich gerade eine Website oder einen Blog gestartet. Vielleicht schreibst du über ein Thema, das dich interessiert, vielleicht hast du erste Affiliate-Links eingebaut. Aber ohne Besucher passiert gar nichts. Keine Klicks, keine Einnahmen, keine Motivation weiterzumachen.

Viele geben genau hier auf. Sie investieren Wochen in Inhalte, die niemand liest. Das Problem ist nicht die Qualität deiner Artikel. Das Problem ist, dass dich noch niemand findet.

Social Media scheint die logische Lösung zu sein. Aber hier trennt sich der Weg: Instagram und Pinterest funktionieren völlig unterschiedlich. Und für Anfänger mit wenig Zeit macht es einen riesigen Unterschied, wo du startest.

Wie Instagram wirklich funktioniert (und warum es am Anfang so zäh ist)

Instagram ist eine Unterhaltungsplattform. Menschen scrollen durch ihren Feed, um sich abzulenken, zu inspirieren, unterhalten zu werden. Sie wollen dort eigentlich nicht aktiv nach Lösungen suchen oder auf fremde Websites klicken.

Als Anfänger stehst du vor einem grundsätzlichen Problem: Instagram zeigt deine Beiträge nur Menschen, die dir bereits folgen oder die aktiv mit ähnlichen Accounts interagieren. Dein erster Post erreicht also praktisch niemanden. Du musst erst eine Community aufbauen.

Das bedeutet konkret:

  • Du musst regelmäßig posten, am besten täglich
  • Du solltest Stories machen, damit Follower dich nicht vergessen
  • Du musst selbst aktiv werden: kommentieren, liken, auf andere zugehen
  • Reels funktionieren besser als Bilder, kosten aber viel Zeit
  • Links in Posts funktionieren nicht, nur in der Bio oder in Stories (wenn du genug Follower hast)

Ich will ehrlich sein: Das kann funktionieren. Aber es kostet enorm viel Zeit und Energie. Und die ersten Wochen passiert gefühlt überhaupt nichts. Du redest mit einer leeren Halle.

Der große Vorteil von Instagram ist die Bindung. Wenn Menschen dir folgen und deine Inhalte mögen, entsteht eine echte Beziehung. Sie kennen dich, vertrauen dir, kaufen eher. Aber bis dahin ist es ein langer Weg.

Was Pinterest anders macht (und warum es für Traffic besser ist)

Pinterest ist keine Social-Media-Plattform im klassischen Sinn. Es ist eine visuelle Suchmaschine. Menschen gehen dorthin mit einer Absicht: Sie suchen Ideen, Lösungen, Anleitungen. Und sie wollen aktiv auf Websites klicken, um mehr zu erfahren.

Das ist der entscheidende Unterschied. Auf Pinterest ist es völlig normal und erwünscht, dass Nutzer deine Seite verlassen und auf deinen Blog gehen. Genau das willst du ja.

Deine Pins werden nicht nur deinen Followern gezeigt. Pinterest zeigt sie allen, die nach verwandten Themen suchen. Auch wenn du gerade erst angefangen hast und null Follower hast. Ein guter Pin kann Monate oder sogar Jahre später noch Traffic bringen, ohne dass du etwas tun musst.

So sieht der Arbeitsablauf aus:

  • Du schreibst einen Blogartikel
  • Du erstellst ein paar ansprechende Pin-Grafiken dazu
  • Du pinnst sie mit guten Beschreibungen
  • Pinterest zeigt sie Menschen, die nach diesem Thema suchen
  • Die Nutzer klicken auf deinen Pin und landen auf deiner Website

Das Schöne: Du musst nicht ständig präsent sein. Du musst nicht jeden Tag Stories posten. Deine Pins arbeiten für dich, auch wenn du schläfst.

Als ich meinen ersten Blogartikel über Affiliate-Marketing gepinnt habe, hat es etwa zehn Tage gedauert, bis die ersten Klicks kamen. Nicht hunderte, vielleicht fünfzehn am Tag. Aber sie kamen organisch, ohne dass ich aktiv etwas dafür tun musste. Das war der Moment, in dem ich verstanden habe, wie unterschiedlich die beiden Plattformen funktionieren.

Der häufigste Fehler: Auf beiden Plattformen halbherzig starten

Viele Anfänger denken: "Ich mache einfach beides." Sie posten dasselbe Bild auf Instagram und Pinterest, streuen ein paar Hashtags und hoffen, dass irgendwo etwas passiert.

Das funktioniert nicht. Beide Plattformen brauchen unterschiedliche Strategien, unterschiedliche Bildformate, unterschiedliche Texte. Wenn du beides gleichzeitig machst, machst du beides schlecht.

Instagram braucht persönliche, authentische Inhalte. Dein Gesicht, deine Story, deine Persönlichkeit. Pinterest braucht klare, informative Grafiken mit Text, die ein Problem oder eine Lösung zeigen. Das sind völlig verschiedene Welten.

Besonders am Anfang, wenn du nur ein paar Stunden pro Woche hast, solltest du dich für eine Plattform entscheiden und dort richtig reinkommen. Erst wenn du dort einen Rhythmus gefunden hast und erste Erfolge siehst, kannst du über eine zweite Plattform nachdenken.

Für wen ist welche Plattform die richtige?

Wenn dein Ziel ist, schnell erste Besucher auf deine Website zu bekommen, ist Pinterest in den meisten Fällen die bessere Wahl. Besonders wenn du:

  • Blogartikel schreibst und Menschen darauf lenken willst
  • Wenig Zeit hast und nicht täglich aktiv sein kannst
  • Lieber hinter den Kulissen arbeitest als vor der Kamera
  • Inhalte hast, die länger relevant bleiben (keine tagesaktuellen News)

Instagram macht mehr Sinn, wenn du:

  • Bereit bist, dich persönlich zu zeigen und eine Personenmarke aufzubauen
  • Täglich Zeit und Energie hast, um präsent zu sein
  • Eine Community aufbauen willst, die dich als Person kennt
  • Geduld hast und nicht sofort Traffic brauchst

Für die meisten Anfänger im Affiliate-Marketing oder beim Aufbau eines Online-Business ist Pinterest der realistischere Start. Du bekommst früher Feedback in Form von echten Besuchern. Und das ist extrem wichtig für deine Motivation.

Was du diese Woche konkret tun kannst

Entscheide dich jetzt für eine Plattform. Nicht in einem Monat, nicht "mal schauen". Jetzt.

Wenn du Pinterest wählst:

  • Erstelle einen kostenlosen Business-Account
  • Such dir fünf bis zehn erfolgreiche Pins in deiner Nische an (schau, wie die Grafiken aussehen, welche Titel sie haben)
  • Erstell für deinen besten Blogartikel drei unterschiedliche Pin-Grafiken (dafür reicht ein kostenloses Tool wie Canva)
  • Schreib für jeden Pin eine Beschreibung mit den wichtigsten Suchbegriffen deines Artikels
  • Pinne sie und hab Geduld für zehn bis vierzehn Tage

Wenn du Instagram wählst:

  • Erstell einen Business-Account und wähl eine klare Nische
  • Leg dir einen Posting-Rhythmus fest, den du wirklich durchhalten kannst (lieber dreimal die Woche zuverlässig als täglich und nach zwei Wochen aufgeben)
  • Folge zehn bis zwanzig Accounts in deiner Nische und interagiere dort ehrlich
  • Erstell deinen ersten Post mit einem konkreten Tipp, nicht mit "Hallo, ich bin neu hier"

Der wichtigste Schritt ist, überhaupt anzufangen. Nicht perfekt, nicht mit der ultimativen Strategie. Einfach der erste Pin oder der erste Post.

Starte da, wo du schneller ins Tun kommst

Du wirst auf beiden Plattformen Durststrecken haben. Phasen, in denen sich nichts bewegt. Das ist normal. Der Unterschied ist: Auf Pinterest siehst du schneller, dass überhaupt etwas passiert. Ein paar Klicks pro Tag reichen, um weiterzumachen.

Ich hätte mir viele frustrierende Wochen erspart, wenn mir das jemand am Anfang gesagt hätte. Instagram ist großartig für Bindung und Vertrauen. Aber wenn du erste Besucher gewinnen willst und wenig Zeit hast, ist Pinterest der ehrlichere Weg nach vorne.